Sagen & Legenden

Der Wilde Mann

Als vor vielen Generationen die ersten Bergleute die heutige Bergstadt Wildemann besiedelten, dachten sie, sie wären die einzigen Menschen.
Doch bald trafen sie auf zwei riesige Menschen – einen Mann und eine Frau, die nur mit einem Lendenschurz aus Laub und einer Mooskappe bekleidet waren. Der Mann hatte außerdem einen langen Bart, der ihm bis zur Taille reichte und hielt eine mit den Wurzeln aus der Erde gerissene Tanne in der Hand.
Als die Bergleute die beiden ansprachen, ergriffen der Mann und die Frau die Flucht. Während die Frau entkommen konnte, wurde der Wilde Mann, wie die Bergleute ihn nannten, gefangenen genommen worden.
Es heißt, der Wilde Mann habe vor Wut eine Linde an der Stelle seiner Gefangennahme in die Erde gerammt. Dort steht das heutige Hotel Rathaus und auch die Linde befindet sich noch an diesem Ort.
Auf die Frage, wer er sei und was er wolle, gab der Wilde Mann keine Antwort. Weder aß noch trank er etwas. Er sprach kein einziges Wort und niemand wusste, ob er nicht sprechen konnte oder ob es einfach nicht wollte. Auch die Höhle wurde entdeckt, in der die Waldmenschen gehaust hatten. Da die Bergleute mit dem Wilden Mann nichts anzufangen wussten, entschieden sie sich, ihn zum Herzog nach Braunschweig zu bringen, damit dieser über das Schicksal des Waldmenschen entscheiden konnte. Doch auf dem Weg dorthin starb der Wilde Mann. Im Augenblick seines Todes soll, der Legende nach, die erste Erzader in der Höhle entdeckt worden sein.
Die erste Grube wurde von den Bergleuten nach ihm „Wilder Mann“ genannt.

 

X